Rote Hand des Unheils

Ein neuer Kurs

Die Feierlichkeiten zu Ehren ihres gefallenen Bruders, Lanikar, waren gerade erst zu Ende gegangen. Ihre Schwägerin war wahrscheinlich noch dabei die Urne, in der ihr Bruder die allerletzte Ruhe finden würde, in der Halle der Ahnen beizusetzen. Am Morgen würde es sicherlich Fragen geben, warum sie nicht dabei gewesen war. Aber sie musste mehr über die Ereignisse, die im gesamten Elsirtal stattfanden, herausfinden. Anscheinend hingen diese direkt mit dem Tod ihres Bruders zusammen. Und genau den wollte sie rächen. Schon oft war sie wegen ihres raschen Handelns mit den restlichen Elfen uneins gewesen. Meistens hielt sie sich zurück, waren die anderen doch viel erfahrener als sie. Doch diesmal würde sie nicht nachgeben.
„Elesir, habt ihr etwas Zeit für mich?“ Die Waldläuferin, die genau wie sie zu den Tiri Kitor gehörte, hatte sich von ihren Mitreisenden entfernt. Eigentlich war es eher anderesrum. Elesir schien sich in ihrer alten Heimat wohl zu fühlen. Die anderen drei eher weniger. Sie verbrachten die meiste Zeit in dem Zelt, das man für sie hergerichtet hatte. „Trellara Nachtschatte? Aber sicher, kommt herbei. Das war eine schöne Zeremonie für euren Bruder. Er scheint ein ehrenvoller Elf gewesen zu sein.“ „Ja das war es. Aber…, aber könnt ihr mir etwas über euren Auftrag erzählen? Wenn ich richtig gehört habe, dann hängt das alles mit den Rasierklingenflüglern zusammen.“
Elesir holte tief Luft und überlegte, wieviel sie erzählen sollte. Schließlich brauchten sie alle Hilfe, die sie bekommen konnten. Doch Trellara erinnerte sie sehr an sich selbst vor etwa 80 Jahren. Auch sie hatte damals Probleme gehabt sich mit der „Gelassenheit“ der Elfen abzufinden, auch wenn sie ihre Ideale teilte. Dies hatte schlussendlich dazu geführt, dass sie ihr zu Hause verlassen hatte. Erst mir den folgenden Jahren hatte sie das überlegte Handeln Sellyras und der restlichen Tiri Kitor zu schätzen gelernt. Zwar war sie immer noch ein Teil des Stammes, jedoch zweifelte sie daran, dass es zu ihrem Tod solch ein Begräbnis geben würde wie für Lanikar. Trellara begab sich auf einen sehr ähnlichen Pfad, nur dass sie mehr familiäre Bunde im Stamm hatte. Die Separation würde ihr schwerer fallen. Aber sollte sie nicht selbst darüber entscheiden dürfen? So berichtet Elesir von der riesigen Gobblinarmee, die sogar die Riesen für sich gewinnen konnten. Von der großen Brücke, die sie zum Einsturz brachten, um die Armee zumindest kurzzeitig aufzuhalten. Von Drellins Fähre, das nun evakuiert wird, um so viele Menschen wie möglich zu retten und den Löwen von Brindol, die jetzt versuchten eine ausreichende Verteidigung zu mobilisieren.
„Morgen brechen wir nach Resth auf. Anscheinend werden dort die Rasierkingenflügler gezüchtet. Außerdem befindet sich dort ein Posten, der der Roten Hand zugeordnet werden kann. Je mehr wir sie schwächen können, umso größer sind unserer Chancen das Tal zu retten.“ „Lasst mich euch begleiten. Das ist die letzte Ehre, die ich meinem Bruder erweisen kann.“ Genau das hatte Elesir kommen sehen. „Das ist nicht alleine meine Entscheidung Trellara. Ihr müsst euch der großen Gefahr bewusst sein. Außerdem machte Sellyra es sehr klar, dass keiner der hier ansässigen Elfen und begleiten soll, um die Verteidigung des Dorfes nicht zu gefährden. Solltet ihr Sellyra überzeugen können, dann wäre ich sehr froh über eure Gesellschaft. Jedoch ohne ihr Einverständnis muss ich euch bitten hier zu bleiben.“
Natürlich stimmte Sellyra nicht zu, was Trellara zu tiefst verärgerte. Sie konnte einfach nicht mehr herumsitzen und abwarten. Also schlich sie sich zu den Eulennestern, sattelte eine und machte sich auf den Weg den vier Abenteurern zu folgen. Als sie aus einiger Distanz Resth erblickte, sah sie noch wie die Gruppe die letzten Gobblins vor dem Glockenturm erstachen und sich dann nach drinnen verzogen. Sie landete ihre Eule und machte sich heimlich auf den Weg in die Ruinen.

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Who! In letzter sekunde. Aber sehr schön!

Ein neuer Kurs
kittcat

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