Rote Hand des Unheils

Kriegstagebuch von Stanley Vraath - Gesammelte Einträge II

23. Arodus 4005 AR
Der Stützpunkt der Roten Hand in den Sümpfen östlich des Rhestin-See ist gefallen. Der Feind hatte in den verhältnismäßig gut erhaltenen Ruinen Stellung bezogen (dem Baustil nach eine ehemalige Siedlung des Königreichs von Rhestilar, vielleicht sogar ein Stadteil von Rhest selbst). Wir konnten zunächst handstreichartig einen gut positionierten Glockenturm nehmen, ohne dass dabei Alarm ausgelöst wurde. Dies ermöglichte uns die Hauptmacht der Roten Hand im zentralen Gebäude der Anlage zu überraschen. Bei der Befreiung des Glockenturms konnte ein Gefangener gemacht werden. Diesem wurde im Austausch für wichtige Informationen freies Geleit gewährt. Der Soldat Tarok wusste folgendes zu berichten:

• Die Goblinstämme der Wyrmrauchberge wurden durch einen Tiamat Kult geeint
• Der Tiamatkult ist ein verhältnismäßig neues Phänomen
• Die Anführer des Kultes nennen sich Wyrmlords und reiten Drachen
Koth war ein Wyrmlord, der Drache Ozyrrandion sein Reittier
Saarvith ist ein Wyrmlord, der Drache Regiarix sein Reittier
• Saarvith und sein Drache befinden sich in den Ruinen
• Sie haben Oger und einen Ettin als Verstärkung
• Die Aktivitäten der Roten Hand in Rhest sind Ursprung der geflügelten Scheusale die die Tiri Kitor angreifen
• Der oberste Wyrmlord nennt sich der Sohn des Drachens
• Tarok hatte zuviel Angst den echten Namen des Sohns des Drachens preis zu geben

Der Kampf um die zentrale Anlage gestaltete sich deutlich schwieriger als die Einnahme des Wachpostens. Zwar hatten wir erneut das Überraschungsmoment auf unsere Seite, jedoch waren an dieser Stelle auch die Einheiten mit dem größten Kampfwert konzentriert. Neben sechs Ogern und einem Ettin auch ein Wyrmlord und sein nicht minder gefährliches Reittier (der von Tarok bestätigte Saarvith, der auch auf der Karte vermerkt ist und der Drache Regiarix). Der Wyrmlord kämpfte bis zum Tode, sein Reittier allerdings konnte bedauerlicherweise entkommen. Dies macht es wahrscheinlich, dass der Feind bereits in wenigen Tagen vollständig über die Situation informiert sein wird, was in unserem künftigen Vorgehen berücksichtigt werden sollte. Der Stützpunkt hielt zwei entscheidende Entdeckungen bereit:

1. Wir konnten die Zuchtanlage für die Rasierklingenflügler genannten Monster ausfindig machen und sämtliche noch vorhandenen Gelege vollständig zerstören. Damit ist unsere vereinbarte Leistung den Tiri Kitor gegenüber erbracht und der Feind kann im kommenden Kampf um Brindol nicht mehr auf diese Einheiten bauen.

2. Im Arbeitszimmer des Kommandanten fand sich ein magisches Amulett, dessen Eigenschaften von uns nicht bestimmt werden konnten. Zusammen mit dem Amulett verwahrte Unterlagen legen nahe, dass es sich um das Seelengefäß einer Entität namens „Geisterherr“ (ebenfalls auf der Karte vermerkt) handelt, dass diesem entwendet wurde oder anderweitig vorenthalten wird. Wir erhoffen uns Klärung durch eine Lagebesprechung mit Raydons Druidenzirkel. Aufgrund der möglicherweise Kriegsentscheidenden Bedeutung dieses Artefakts und der bereits demonstrierten Unvernünftigkeit der Tiri Kitor in derlei Angelegenheiten kamen wir überein den Fund einstweilen geheim zu halten. (Notiz: Bei der Besprechung mit dem Zirkel unbedingt das Thema des Tiamatkults ansprechen).

23. Arodus 4005 AR (Sondereintrag)
In der Ruine befand sich auch der Hort des Drachen Regiarix, der von uns als Reparationsleistung konfisziert wurde. Der Hort beinhaltete auch eine bemerkenswert kunstfertig gestaltete Rüstung mit Löwenmotiven aus dem alten Rhest. (Notiz: Dies könnte noch von Nutzen sein).

24. Arodus 4005 AR
In Anbetracht der Tatsache, dass wir die Tiri Kitor gerade vor dem Untergang bewahrt hatten viel unser Empfang relativ kühl aus. Es musste auch erstaunliche lange Nachverhandelt werden, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich auf solider vertraglicher Basis gehandelt hatten. Letztlich konnten sich die Elfen dazu durchringen uns vier ihrer Eulen als Reittiere zu überlassen und eine Abordnung ihrer Schützen nach Brindol zu schicken. Wäre ich gemein, würde ich darauf abheben, dass im exakten Wortlaut nur vereinbart wurde, dass wir die Eulen nicht verletzten dürfen und nicht, dass wir sie nicht Situation aussetzen dürfen bei denen sie Gefahr laufen von anderen verletzt zu werden. Man merkt, dass die Elfen sowohl zu ihrem Vor- als auch zu ihrem Nachteil keine Erfahrung mit juristischen Angelegenheiten haben (es hat einen Grund warum die Verträge von Söldnereinheiten mit gutem Ruf das Format eines Buches haben).

26. Arodus 4005 AR
Alter Rhest Pfad auf halben Weg zwischen den Quellflüssen des Hexenstroms. Der Rhest Pfad ist wieder durchlässig für Verkehr aus dem Elsirtal heraus. Die Straßensperre war ein kleineres Problem als gedacht. Die dort stationierten Truppen waren mit großer Sicherheit nur zwangseingezogene Rekruten geführt von strafversetzen Offizieren (im Nachhinein gesehen wäre auch das Angebot eine Kapitulation zu akzeptieren ein vermutlich gangbarer Weg gewesen). Auf den Eulen reitend legen wir ein gutes Tempo vor und werden morgen bereits in großer Frühe in Hexenkreuz sein und könnten in Abhängigkeit von der Dauer der Lagebesprechung mit Adranna sogar vielleicht schon gegen Abend Brindol erreichen.

26. Arodus 4005 AR (Nachtrag)
Wie mag es wohl Bukephalus und Tianna Sura ergangen sein?

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Flo

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