Rote Hand des Unheils

Kriegstagebuch von Stanley Vraath - Gesammelte Einträge IV

15. Rova 4005 AR – Abend

Die Schlacht von Brindol endete mit einem Sieg der Allianz von Fürst Jarmaath von Brindol über die Rote Hand und ihre Verbündeten unter dem Feldherrn Kharn. Azarr Kul allerdings, der sich „Sohn des Drachen“ nennende Anführer der Roten Hand, war nicht zugegen. Sofern er in Folge der Niederlage nicht das Tal verlassen haben sollte, sind die Wyrmrauchberge im Moment sein wahrscheinlicher Aufenthaltsort.
Die Rote Hand ging gegen die befestigte Stadt Brindol in der erwarteten Manier eines inhomogenen Zusammenschlusses aus Goblinoiden Stämmen und anderen monströsen Humanoiden vor. Es wurde keinerlei längere Belagerung vorbereitete, sondern ein direkter Sturm der Mauern mit allen Kräften versucht. Diese oft gesehene Strategie ist nicht zwangsläufig, wie häufig angenommen, das Ergebnis mangelnder Feldherrenkunst, sondern eine direkte Folge der instabilen Natur dieser Sorte Gewaltbündnisse zwischen in zahllosen Fehden verfeindeter Stämme.
Glücklicherweise hatte Fürst Jarmaath uns in den Kreis seiner Vertrauten aufgenommen, wodurch es uns möglich war Einfluss auf Details der Verteidigungsstrategie zu nehmen, die meiner Eischätzung nach nicht unerheblich für den siegreichen Verlauf der Schlacht waren. Insbesondere konnten absehbar verlustreiche offene Schlachten im Vorfeld vermieden werden. Ebenfalls waren wir in der Lage einen sinnvollen Kommunikationskanal mit unseren fliegenden Aufklärern einzurichten.
Mir selbst und meinen Gefährten viel die Rolle einer schnellen Eingreiftruppe zu, in deren Ausübung wir von einer Abteilung der Löwen von Brindol unter Teyana Surah unterstützt wurden. Unsere erste Probe war der Schutz der Mauer vor eine Gruppe Hügelriesen, die diese mit Felsen bombardierte. Wir konnten die Situation erfolgreich durch einen entschlossenen Ausfallangriff bereinigen.
Unser nächster Einsatz konfrontierte uns mit der zentralen Angriffsstrategie der Roten Hand. Mit Hilfe ihrer Drachen versuchten sie im Ostteil der Stadt einen Brand auszulösen, während gleichzeitig an der westlichen Mauer der Hauptangriff erfolgte. Da wir die einzigen Verteidiger waren, die bereits mehrfach erfolgreich gegen Drachen gekämpft hatten, viel uns das Los zu, den Angriff im Osten abzuwehren. Wir sahen uns dem bislang größten dieser Reptilien gegenüber, ein roter Drache bei dem es sich, wie wir später herausfinden sollten, um das Reittier der Feldherren selbst handelte. Wir konnten den Drachen erschlagen und die Brände löschen. Die Verteidiger auf der anderen Seite der Stadt waren jedoch weniger erfolgreich und der Roten Hand gelang der Durchbruch durch die Mauer. Die für solche Ereignisse in Reserve Gehaltenen Zwergen Söldner der Hammerfaust versagten leider kläglich bei dem Versuch die Eindringlinge zurückzuwerfen. Zusammen mit den mittlerweile wieder zu uns gestoßenen Löwen von Brindol errichteten wir eilig eine Barrikade, um weiteres Eindringen in die Stadt zu verhindern. Wir konnten hier drei Wellen an Gegnern zurückwerfen, bis die Kraft des Vorstoßes gebrochen war. Die uns zugeteilten Löwen hatten tapfer gekämpft mussten jedoch in der Folge den Kampfplatz Richtung Lazarett verlassen.
Der Hauptangriff war Abgewehrt, doch waren offenbar Kommandoeinheiten der Roten Hand in die Stadt eingesickert die versuchten Offiziere zu töten und zentrale Einrichtungen zu zerstören. Leider wurde Fürst Jarmaath dabei schwer verletzt, allerdings hielt er sich auch zu nahe am Kampfgeschehen auf, als es für einen Oberkommandierenden üblich sein sollte. Der Attentäter konnte von uns zwar gestellt doch nur Vertrieben werden.
Auf dem Höhepunkt der Schlacht stellte sich Kharn, der Feldherr der Roten Hand selbst zum Kampf, wohl wissend, dass er keine andere Wahl hatte als selbst das Kampfgeschick zu wenden oder bei dem Versuch zu sterben. Die Rückkehr in die Wyrmrauchberge als Besiegter, würde ihm sehr wahrscheinlich ein grausameres Ende einbringen als hier auf dem Feld im Zweikampf zu sterben. Tatsächlich kämpfte er auch mit offenen Visier und wir hatten ihm nicht viel entgegenzusetzen. Das Schicksal schien jedoch seine schützende Hand über uns zu halten und wie durch ein Wunder gewannen wir auch diesen Kampf. Trotzdem kostete die Konfrontation Raydon, dem Gesandten der Hüter von Eth das Leben. Der unglückliche Verlauf des Kampfes ist auch in Teilen mir zuzuschreiben, da ich wertvolle Zeit damit vergeudete der schwerverletzten Teyana zur Hilfe zu eilen. Tatsächlich hat es einen Grund warum ich Geschäft und Privates für gewöhnlich immer streng getrennt halte. Im entscheidenden Moment kann ein echter Freund oder eine Geliebte auf dem Kampfplatz den Blick für das Notwendige trüben und den Tod aller bedeuten.

15. Rova 4005 AR – Nachtrag
Das größte ist vollbracht, doch es ist noch nicht gänzlich vorüber. Es sind noch Schulden zu begleichen. Dem Herrn der Geister wurde ein Phylakterium versprochen. Er blieb dem Kampfplatz fern wie vereinbart, daher müssen auch wir nun zu unserem Vertrag stehen. Das Tal ist noch voll von den versprengten Resten der Armee der Roten Hand. Viele davon versuchen verzweifelt in ihre Berge zurückzuerlangen andere haben begonnen auf eigen Faust und Rechnung zu Plündern. Das Bündnis von Fürst Jarmaath wird wohl noch den gesamten Herbst brauchen, bis alle Orte wieder zurückerobert und die Wege im Tal sicher sind. Der Sohn des Drachen ist immer noch da draußen, man muss sich zumindest Gewissheit über sein Schicksal verschaffen.

15. Rova 4005 AR – II Nachtrag (Nacht)
Raydon ist jetzt ein Gnoll. Es geht das Wort von einem seltsamen Ritual des Druidenzirkels. Offenbar sind seine Vorgesetzten noch nicht ganz fertig mit ihm. Würde ich für einen Auftrag in dieser Form zurückkommen oder wäre ich dankbar für den Frieden?

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Kriegstagebuch von Stanley Vraath - Gesammelte Einträge III

27. Arodus 4005 AR – Später Vormittag
Konzil von Hexenkreuz. Adranna, die oberste Sprecherin der Hüter von Eth, empfing uns zu einer Lagebesprechung. Die Faktenlage bezüglich des Tiamatkultes ist weiterhin unergiebig jedoch erfahren wir, dass der Herr der Geister ein ehemaliger Druide von Eth und jetzt ein Untoter Leichnam ist. Er hat die Ideale seines Ordens verraten und wird nun als Ausgestoßener betrachtet, den die Hüter gerne vernichtet sehen würden. Weiterhin erlangen wir Gewissheit darüber, dass wir mit dem Seelengefäß tatsächlich ein entscheidendes Druckmittel gegen den Herrn der Geister in der Hand haben. Wir beschließen eine geheime diplomatische Mission und können uns darauf verständigen das Seelengefäß an den Herrn der Geister zurückzugeben, falls dieser die Allianz mit der Roten Hand verlässt. Auch Raydon kann diesem Kompromiss zustimmen, wenn er auch verständlich wenig begeistert ist (unbeabsichtigter Wortwitz).

27. Arodus 4005 AR – Früher Abend
Wir erreichen Brindol. Es sieht aus wie eine Stadt, die sich auf eine kommende Belagerung vorbereitet (zu häufig gesehen, von beiden Seiten der Kampflinie). Unser Ruf ist uns bereits vorausgeeilt, daher ist es kein größeres Problem eine weitere Lagebesprechung mit den Stadtoberen zu vereinbaren. Es sind Anwesend:

  • Lord Jarmaath, Herrscher von Brindol – ein Mensch (guter Ruf als Herrscher)
  • Lars Ulverth, Hauptmann der Löwenwache von Brindol – ein Mensch (uns gegenüber reserviert, macht aber einen kompetenten Eindruck)
  • Verrasa Kaal, Vorsitzende des Handelskonzils aus Dennovar – eine Halblingsfrau (schwer einzuschätzen)
  • Tredora Goldbraue, Hohepriesterin von Iomedae – ein Mensch (scheint sehr vertraut mit Jarmaath zu sein)

Wir präsentieren unsere bisherigen Fortschritte und werden über die Situation in Brindol in Kenntnis gesetzt. Die Rote Hand steht zwei Wochen von der Stadt entfernt und die Organisation der Verteidigung ist bereits weit Fortgeschritten. Wir können den Plan, die Rote Hand in offener Schlacht zu stellen entmutigen, da dies aufgrund der von uns ausgekundschafteten Kräfteverhältnisse nicht ratsam erscheint. Unsere Erfolge im Norden werden wohlwollend aufgenommen. Die Mannschaftsstärke an professionellen Soldaten erscheint uns zu gering, daher schlagen wir eine diplomatische Mission zu den Zwergen der Hammerfaust vor. Offenbar wurde dies von Lord Jarmaath bereits in Erwägung gezogen und eine Karawane mit einer größeren Menge Gold auf den Weg geschickt. Wir bieten an die Lieferung des Goldes zu überwachen. Gemäß unserer Vereinbarung von heute Morgen halten wir die Mission zum Herrn der Geister geheim, falls es uns gelingt an dieser Stelle erfolgreich zu sein ist es besser, wenn nie jemand von diesem Vorgang erfährt.
Wir nutzen den restlichen Abend, um unsere Vorräte aufzufüllen und unsere Ausrüstung zu ergänzen. Eine Inspektion der Verteidigungsanlagen ergibt keine offensichtliche Schwäche, die dringender Ausbesserung bedarf.

27. Arodus 4005 AR – Sondereintrag
Nach meinem Rundgang machte ich mich noch auf die Suche nach einem vermissten Pferd. (Rest des Eintrags in Goblin).

Aler acht’jar, Aler acht’jar,
T’lembda boool-gah toh-gal …
Aler acht’jar, Aler acht’jar,
T’lembda boool-gah to lohhhh ….
oh-mah ram rom rom, rom
T’lembda boool-gah ….
Tianna T’lembda boool-gah ….

(Vielen ist nicht bekannt, dass das Goblin über einen reichen Wortschatz für Liebeslyrik verfügt, die je nach persönlichen Vorlieben eher verfängt als Elfengedichte. Auch wenn nicht unerwähnt bleiben sollte, dass die Phrase “Ich werde die Welt für dich niederbrennen” bei Hobgoblinpoeten mittlerweile etwas übernutzt ist)

28. Arodus 4005 AR
Die Goldlieferung von Brindol wurde von einer Jagdgruppe von Hobgoblins abgefangen. Wir kommen gerade rechtzeitig um das Gold zu retten, für die tapferen Soldaten Jarmaaths kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Wir können ihnen nur noch die letzte Ehre in Form namenloser Gräber erweisen.

29. Arodus 4005 AR
In den frühen Morgenstunden erreichen wir Hammerfaust. Die Verhandlung mit der zwergischen Söldnerkompanie verlaufen erwartungsgemäß. Gold einer gewissen Menge wurde versprochen, Gold in besagter Menge geliefert. Es sind Söldner. Wir waren allerdings auch in der Lage eine Audienz bei König Othrek Hammerfaust zu erwirken. Er ist einem Engagement, dass über bezahlte Leistungen hinausgeht gegenüber skeptisch. Er nimmt an, dass die Entwicklungen im Tal die Hammerfaust langfristig nicht tangieren werden. Wir dehnen unser Mandat bis zum äußersten und garantieren verbesserte Handelsbeziehungen mit Brindol, was den König dazu bewegt eine Einheit seiner Elitekrieger zuzusagen.

31. Arodus 4005 AR
Wir befinden uns auf dem Rückflug nach Brindol, in unserem Besitz befindet sich eine von mir als Vertreter Brindols, Raydon als Vertreter der Druiden von Eth und dem Geisterherrn persönlich unterzeichnete Urkunde. Darin garantieren wir dem Geisterherrn die Rückgabe seines Seelengefäßes nach Abschluss der Kampfhandlungen um Brindol, sofern dieser nicht in den Verlauf der Kämpfe eingreift und jene Geheiminformation, über die zu Verfügen er behauptet, tatsächlich so bedeutend sind, dass sie die Kooperation mit ihm für den Druidenzirkel rechtfertigen. Es war klug, das Gefäß nicht direkt mit uns zu führen, denn das Vordringen zum Geisterherrn war nicht gerade einfach, da dieser ein Gefangener in seiner eigenen Domäne war. Die Rote Hand hatte einen extrem kampfstarken Verband zur Bewachung abgestellt, der neben einem Drachenscheusal auch einen weiteren Wyrmlord beinhaltete. Hoffentlich wird uns diese ganze Angelegenheit nicht noch um die Ohren fliegen.

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Kriegstagebuch von Stanley Vraath - Gesammelte Einträge II

23. Arodus 4005 AR
Der Stützpunkt der Roten Hand in den Sümpfen östlich des Rhestin-See ist gefallen. Der Feind hatte in den verhältnismäßig gut erhaltenen Ruinen Stellung bezogen (dem Baustil nach eine ehemalige Siedlung des Königreichs von Rhestilar, vielleicht sogar ein Stadteil von Rhest selbst). Wir konnten zunächst handstreichartig einen gut positionierten Glockenturm nehmen, ohne dass dabei Alarm ausgelöst wurde. Dies ermöglichte uns die Hauptmacht der Roten Hand im zentralen Gebäude der Anlage zu überraschen. Bei der Befreiung des Glockenturms konnte ein Gefangener gemacht werden. Diesem wurde im Austausch für wichtige Informationen freies Geleit gewährt. Der Soldat Tarok wusste folgendes zu berichten:

• Die Goblinstämme der Wyrmrauchberge wurden durch einen Tiamat Kult geeint
• Der Tiamatkult ist ein verhältnismäßig neues Phänomen
• Die Anführer des Kultes nennen sich Wyrmlords und reiten Drachen
Koth war ein Wyrmlord, der Drache Ozyrrandion sein Reittier
Saarvith ist ein Wyrmlord, der Drache Regiarix sein Reittier
• Saarvith und sein Drache befinden sich in den Ruinen
• Sie haben Oger und einen Ettin als Verstärkung
• Die Aktivitäten der Roten Hand in Rhest sind Ursprung der geflügelten Scheusale die die Tiri Kitor angreifen
• Der oberste Wyrmlord nennt sich der Sohn des Drachens
• Tarok hatte zuviel Angst den echten Namen des Sohns des Drachens preis zu geben

Der Kampf um die zentrale Anlage gestaltete sich deutlich schwieriger als die Einnahme des Wachpostens. Zwar hatten wir erneut das Überraschungsmoment auf unsere Seite, jedoch waren an dieser Stelle auch die Einheiten mit dem größten Kampfwert konzentriert. Neben sechs Ogern und einem Ettin auch ein Wyrmlord und sein nicht minder gefährliches Reittier (der von Tarok bestätigte Saarvith, der auch auf der Karte vermerkt ist und der Drache Regiarix). Der Wyrmlord kämpfte bis zum Tode, sein Reittier allerdings konnte bedauerlicherweise entkommen. Dies macht es wahrscheinlich, dass der Feind bereits in wenigen Tagen vollständig über die Situation informiert sein wird, was in unserem künftigen Vorgehen berücksichtigt werden sollte. Der Stützpunkt hielt zwei entscheidende Entdeckungen bereit:

1. Wir konnten die Zuchtanlage für die Rasierklingenflügler genannten Monster ausfindig machen und sämtliche noch vorhandenen Gelege vollständig zerstören. Damit ist unsere vereinbarte Leistung den Tiri Kitor gegenüber erbracht und der Feind kann im kommenden Kampf um Brindol nicht mehr auf diese Einheiten bauen.

2. Im Arbeitszimmer des Kommandanten fand sich ein magisches Amulett, dessen Eigenschaften von uns nicht bestimmt werden konnten. Zusammen mit dem Amulett verwahrte Unterlagen legen nahe, dass es sich um das Seelengefäß einer Entität namens „Geisterherr“ (ebenfalls auf der Karte vermerkt) handelt, dass diesem entwendet wurde oder anderweitig vorenthalten wird. Wir erhoffen uns Klärung durch eine Lagebesprechung mit Raydons Druidenzirkel. Aufgrund der möglicherweise Kriegsentscheidenden Bedeutung dieses Artefakts und der bereits demonstrierten Unvernünftigkeit der Tiri Kitor in derlei Angelegenheiten kamen wir überein den Fund einstweilen geheim zu halten. (Notiz: Bei der Besprechung mit dem Zirkel unbedingt das Thema des Tiamatkults ansprechen).

23. Arodus 4005 AR (Sondereintrag)
In der Ruine befand sich auch der Hort des Drachen Regiarix, der von uns als Reparationsleistung konfisziert wurde. Der Hort beinhaltete auch eine bemerkenswert kunstfertig gestaltete Rüstung mit Löwenmotiven aus dem alten Rhest. (Notiz: Dies könnte noch von Nutzen sein).

24. Arodus 4005 AR
In Anbetracht der Tatsache, dass wir die Tiri Kitor gerade vor dem Untergang bewahrt hatten viel unser Empfang relativ kühl aus. Es musste auch erstaunliche lange Nachverhandelt werden, wenn man bedenkt, dass wir eigentlich auf solider vertraglicher Basis gehandelt hatten. Letztlich konnten sich die Elfen dazu durchringen uns vier ihrer Eulen als Reittiere zu überlassen und eine Abordnung ihrer Schützen nach Brindol zu schicken. Wäre ich gemein, würde ich darauf abheben, dass im exakten Wortlaut nur vereinbart wurde, dass wir die Eulen nicht verletzten dürfen und nicht, dass wir sie nicht Situation aussetzen dürfen bei denen sie Gefahr laufen von anderen verletzt zu werden. Man merkt, dass die Elfen sowohl zu ihrem Vor- als auch zu ihrem Nachteil keine Erfahrung mit juristischen Angelegenheiten haben (es hat einen Grund warum die Verträge von Söldnereinheiten mit gutem Ruf das Format eines Buches haben).

26. Arodus 4005 AR
Alter Rhest Pfad auf halben Weg zwischen den Quellflüssen des Hexenstroms. Der Rhest Pfad ist wieder durchlässig für Verkehr aus dem Elsirtal heraus. Die Straßensperre war ein kleineres Problem als gedacht. Die dort stationierten Truppen waren mit großer Sicherheit nur zwangseingezogene Rekruten geführt von strafversetzen Offizieren (im Nachhinein gesehen wäre auch das Angebot eine Kapitulation zu akzeptieren ein vermutlich gangbarer Weg gewesen). Auf den Eulen reitend legen wir ein gutes Tempo vor und werden morgen bereits in großer Frühe in Hexenkreuz sein und könnten in Abhängigkeit von der Dauer der Lagebesprechung mit Adranna sogar vielleicht schon gegen Abend Brindol erreichen.

26. Arodus 4005 AR (Nachtrag)
Wie mag es wohl Bukephalus und Tianna Sura ergangen sein?

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Ein neuer Kurs

Die Feierlichkeiten zu Ehren ihres gefallenen Bruders, Lanikar, waren gerade erst zu Ende gegangen. Ihre Schwägerin war wahrscheinlich noch dabei die Urne, in der ihr Bruder die allerletzte Ruhe finden würde, in der Halle der Ahnen beizusetzen. Am Morgen würde es sicherlich Fragen geben, warum sie nicht dabei gewesen war. Aber sie musste mehr über die Ereignisse, die im gesamten Elsirtal stattfanden, herausfinden. Anscheinend hingen diese direkt mit dem Tod ihres Bruders zusammen. Und genau den wollte sie rächen. Schon oft war sie wegen ihres raschen Handelns mit den restlichen Elfen uneins gewesen. Meistens hielt sie sich zurück, waren die anderen doch viel erfahrener als sie. Doch diesmal würde sie nicht nachgeben.
„Elesir, habt ihr etwas Zeit für mich?“ Die Waldläuferin, die genau wie sie zu den Tiri Kitor gehörte, hatte sich von ihren Mitreisenden entfernt. Eigentlich war es eher anderesrum. Elesir schien sich in ihrer alten Heimat wohl zu fühlen. Die anderen drei eher weniger. Sie verbrachten die meiste Zeit in dem Zelt, das man für sie hergerichtet hatte. „Trellara Nachtschatte? Aber sicher, kommt herbei. Das war eine schöne Zeremonie für euren Bruder. Er scheint ein ehrenvoller Elf gewesen zu sein.“ „Ja das war es. Aber…, aber könnt ihr mir etwas über euren Auftrag erzählen? Wenn ich richtig gehört habe, dann hängt das alles mit den Rasierklingenflüglern zusammen.“
Elesir holte tief Luft und überlegte, wieviel sie erzählen sollte. Schließlich brauchten sie alle Hilfe, die sie bekommen konnten. Doch Trellara erinnerte sie sehr an sich selbst vor etwa 80 Jahren. Auch sie hatte damals Probleme gehabt sich mit der „Gelassenheit“ der Elfen abzufinden, auch wenn sie ihre Ideale teilte. Dies hatte schlussendlich dazu geführt, dass sie ihr zu Hause verlassen hatte. Erst mir den folgenden Jahren hatte sie das überlegte Handeln Sellyras und der restlichen Tiri Kitor zu schätzen gelernt. Zwar war sie immer noch ein Teil des Stammes, jedoch zweifelte sie daran, dass es zu ihrem Tod solch ein Begräbnis geben würde wie für Lanikar. Trellara begab sich auf einen sehr ähnlichen Pfad, nur dass sie mehr familiäre Bunde im Stamm hatte. Die Separation würde ihr schwerer fallen. Aber sollte sie nicht selbst darüber entscheiden dürfen? So berichtet Elesir von der riesigen Gobblinarmee, die sogar die Riesen für sich gewinnen konnten. Von der großen Brücke, die sie zum Einsturz brachten, um die Armee zumindest kurzzeitig aufzuhalten. Von Drellins Fähre, das nun evakuiert wird, um so viele Menschen wie möglich zu retten und den Löwen von Brindol, die jetzt versuchten eine ausreichende Verteidigung zu mobilisieren.
„Morgen brechen wir nach Resth auf. Anscheinend werden dort die Rasierkingenflügler gezüchtet. Außerdem befindet sich dort ein Posten, der der Roten Hand zugeordnet werden kann. Je mehr wir sie schwächen können, umso größer sind unserer Chancen das Tal zu retten.“ „Lasst mich euch begleiten. Das ist die letzte Ehre, die ich meinem Bruder erweisen kann.“ Genau das hatte Elesir kommen sehen. „Das ist nicht alleine meine Entscheidung Trellara. Ihr müsst euch der großen Gefahr bewusst sein. Außerdem machte Sellyra es sehr klar, dass keiner der hier ansässigen Elfen und begleiten soll, um die Verteidigung des Dorfes nicht zu gefährden. Solltet ihr Sellyra überzeugen können, dann wäre ich sehr froh über eure Gesellschaft. Jedoch ohne ihr Einverständnis muss ich euch bitten hier zu bleiben.“
Natürlich stimmte Sellyra nicht zu, was Trellara zu tiefst verärgerte. Sie konnte einfach nicht mehr herumsitzen und abwarten. Also schlich sie sich zu den Eulennestern, sattelte eine und machte sich auf den Weg den vier Abenteurern zu folgen. Als sie aus einiger Distanz Resth erblickte, sah sie noch wie die Gruppe die letzten Gobblins vor dem Glockenturm erstachen und sich dann nach drinnen verzogen. Sie landete ihre Eule und machte sich heimlich auf den Weg in die Ruinen.

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Kriegstagebuch von Stanley Vraath - Gesammelte Einträge I

6. Arodus 4005 AR
Ankunft in Nimons Lücke. Ich bin bereits vor einigen Tagen in das Elsirtal hinabgeritten und befinde mich seither zielstrebig, doch ohne unnötige Eile, auf dem Weg in Richtung meiner Erbschaft. Was ich bisher zu sehen bekam gefällt mir. Das Korn auf den Feldern ist so reichhaltig, dass sich die Ähren kaum noch aufrecht halten können, es wechseln sich dichte Wälder und lichte Obsthaine ab. Das Wetter ist heiß und trocken, wie man mir mehrmals sagte durchaus nicht ungewöhnlich für diese Gegend, allerdings in dieser Form auch schon lange nicht mehr erlebt. Das Reiten wird dadurch zur Last, doch haben mich beständige Gerüchte von Goblinbanditen vorsichtig gemacht und davon abgehalten ungerüstet zu reisen.
Im „Schielenden Betrachter“ (Einziger Gasthof vor Ort) geriet ich an meine gegenwärtige Reisebegleitung. Es handelt sich um einen Druiden (Raydon Ó Doiridh, Mensch, unbestimmbares Alter), eine Waldläuferin (Elesil, Elfe, unbestimmbares Alter) und eine Priesterin einer obskuren Gottheit (Tara, Rest unbestimmbar). Wir saßen zufällig am gleichen Tisch und stellten fest in die gleiche Richtung zu reisen. Da alle von den Gerüchten über Banditen entlang der Straße gehört hatten erschien es vernünftig am Morgen gemeinsam aufzubrechen. Der Druide und die Waldläuferin gaben eben jene Banditen als den Grund ihrer Reise an, sie scheinen Agenten eines Druidenzirkels zu sein. Die Priesterin scheint irgendein nahendes Ereignis in Zusammenhang mit ihrer Religion zu erwarten. Ich hielt es für angebracht meine Identität nicht zu früh zu offenbaren und gab mich als ehemaligen Soldaten auf der Durchreise aus.

10. Arodus 4005 AR
Heute Morgen Aufbruch aus Terrelton, erwarten gegen Abend in Drellins Fähre zu sein. Zur Mitte des Tages Bekanntschaft mit den seit Betreten des Tales angedrohten Goblin Plünderern gemacht.

Truppenstärke Feind
6 Goblins – Armeetypisch gerüstet (Ungewöhnlich).
3 Kampfhunde.
3 Hobgoblins – Armeetypisch gerüstet, hoher Kampfwert (Generell nicht ungewöhnlich, nur warum als Strauchdiebe? Anführer könnte auch Zugführer in Hobgoblin Kompanie sein).
1 Hobgoblin Kriegspriester (Zu wertvoll für das hier).
Aufstellung Feind
Umschließungsversuch durch leichte Goblininfanterie. Veteranreserve bei nahem Gehöft stationiert, um Ausbruchsversuchen zu begegnen.
Entwicklung
Rechte Zange konnte lange genug immobilisiert werden, um zunächst die linke Zange komplett aufzureiben. Konnte Hobgoblin Veteranen bis zur Vernichtung durch Scharfschützen binden. Der Anführer trug uns unbekannte Hoheitszeichen. Eine Rote Hand auf gelben Grund. Der Kriegspriester betete offenbar zu Tiamat (böse Göttin der Drachen). Nicht typisch aber auch nicht gänzlich unerklärlich (Monströse Gottheit).

Am späten Nachmittag erreichten wir endlich Drellins Fähre. Der Ort hat seinen Namen von der Fähre, die durch die Drellin Familie betrieben wird. Alternativ ragen die immer noch äußerst soliden Pfeiler der zerstörten Zwergenbrücke aus dem Flussbett. Wiederaufbau der Brücke und Sicherung der Zwergenstraße durch eine Festung könnte den Handel Auftrieb verleihen (Pläne müssen mit der Verwaltung besprochen werden, sobald die Festung gesichert ist). Bei der Ankunft werden wir von der Stadtwache unter Feldwebel Hersk (Scheint ein guter Mann zu sein, unerfahren aber vielversprechend) und einer eilig ausgehobenen Bürgerwehr empfangen. Man feiert uns wie Helden, die Nachricht von dem Überfall scheint uns vorausgeeilt zu sein.
Wir verlieren keine Zeit und treffen umgehend den Kontaktmann der Gesandten des Druidenzirkels. Avarthel (Schwerhörig aber auch leicht dement) hat die Lage hier nicht mehr unter Kontrolle. In Anbetracht unsere eigenen Erfahrungen scheinen seine Ausführungen über Hobgoblinüberfälle glaubhaft. Die Lage gefällt mir nicht, ich hoffte in einen weitestgehend friedlichen Landstrich zu kommen.

11. Arodus 4005 AR
Wir brechen in den Hexenwald auf. Unsere Zufallsgesellschaft bleibt beisammen. Die Vraath Feste scheint Zentrum der Hobgoblin Aktivitäten nahe Drellins Fähre zu sein. Die Gesandten des Zirkels wollen dies Untersuchen. Ich begnüge mich bis zum Erreichen der Burg weiterhin ein ehemaliger Soldat auf Durchreise zu sein. Wir erreichen die Burg in der Dämmerung. Zuvor trafen wir noch einen misstrauischen Einsiedler namens Jorr (Scheint ein kompetenter Fährtensucher zu sein. Zukünftiger Förster?). Seltsame Spukerscheinung in der Nacht. Wird von unseren Spähern als Täuschung des Feindes erkannt. In der Festung ist mit gegnerischem Widerstand zu rechnen.

12. Arodus 4005 AR
Unruhig geschlafen. Im Morgengrauen werden wir die Burg erkunden. Keine offensichtlichen Aktivitäten zu erkennen. Unsere eigenen Späher sichern die Umgebung der Festung. Keine Anzeichen für einen Hinterhalt. Wir betreten die Festung ungehindert und können die feindlichen Kräfte überraschen.

Truppenstärke Feind
2 Wargreiter (Ich hasse Wargreiter).
3 Kampfhunde.
4 Hobgoblins – Armeetypisch gerüstet (Wie vor zwei Tagen).
1 Hobgoblin Kriegspriester (Erneut: zu wertvoll für das hier).
1 Minotaur (Was zur Hölle?)
1 Tatzelwurm (Monströse Humanoide – Monströse Haustiere)
Aufstellung Feind
Gegnerische Seite offenbar vollkommen überrascht. Keinerlei Vorbereitung. Keinerlei koordinierte Abwehrstrategie. Sehr seltsam. Eindeutiger Bestandteil einer Armee, die nicht mit einem Gegenangriff gerechnet hat.
Entwicklung
Sofortige Eroberung der Stallungen. Ausgleich der zahlenmäßigen Überlegenheit durch Nutzung der Engstelle. Zähes Abnutzungsgefecht, unter Vermeidung eines offenen Kampfes im Burghof. Die Festung fällt in unsere Hände. Das gleiche Hoheitsabzeichen wie auf der Straße nach Drellins Fähre. Ab jetzt Gewissheit. Keine Banditen. Kampfpläne des Feindes konnten erbeutet werden (Eigener Bericht).

Meine Burg ist Enttäuschung und Hoffnungsschimmer zugleich. Sie ist eindeutig unbewohnt und seit Jahrzehnten verlassen (Nicht komplett schlecht, wie wäre mit einem etwaigen unkooperativen Burgherren zu verfahren?), allerdings auch nicht unreparierbar zerstört (Trotzdem wird es nicht leicht werden hier erneut einen Haushalt aufzubauen. Gold und Reputation vonnöten). Bei einer Untersuchung stoßen wir auf ein Kellergewölbe das seit dem Fall der Burg nicht mehr geöffnet wurde. Neben den letzten Besitztümern meiner Familie enthielt es auch die Besitzurkunde der Festung. Ich nutze diese Gelegenheit meine Identität zu offenbaren, nun da ich meinen Stand rechtskräftig belegen kann. Wertvollstes Erbstück ist Eis, das Familienschwert der Vraaths, kalt schimmernd mit einem stilisierten V auf dem Knauf. Seit vielen Jahrzehnten von den knöchernen Fingern von Emery Vraath gehalten, der hier unten sein Ende fand. Er führte Buch über seine letzten Tage in diesem Gewölbe und so lässt sich der Untergang der Festung rekonstruieren. Offenbar gab es eine Fehde mit einem Clan von Riesen, gegen den Emery einen entscheidenden Schlag führte. Die Riesen waren jedoch nur scheinbar geschlagen, zumindest konnten sie genügend Kräfte für einen Überraschungsangriff während der Siegesfeierlichkeiten aufbieten und die Festung einnehmen. Die Beschädigungen an der Burg passen gut zu der Beschreibung in den Tagebüchern.
Mir gelang es umgehend entscheidende Weichenstellungen vorzunehmen, indem ich mit dem Druidenzirkel der Hüter von Eth, repräsentiert durch den offenbar mit Sondervollmachten ausgestatteten Agenten Raydon Ó Doiridh, einen Vertrag schloss. Gegen weitere Hilfe bei der Erfüllung seiner Mission wurde mir die magische Reparatur der Festung garantiert. Ein guter Handel, da die Festung ohne eine Befriedung des Tales ohnehin wertlos ist.

12. Arodus 4005 AR (Sondereintrag – Untersuchung der Angriffspläne der „Roten Hand“)
Bei der Rückeroberung der Vraath-Feste wurde auch ein detaillierte Angriffsplan des Feindes (Im weiteren „Rote Hand“ in Anlehnung an das mehrfach gesichtete und auch auf der Karte eingezeichnete Hoheitszeichen) erbeutet. Der Name des Ehemaligen Kommandanten (Bei der Rückeroberung gefallen, keine Befragung möglich) sollte als „Koth“ angenommen werden, zumindest ist die Vraath-Feste als „Koth-Basis“ auf der Karte eingezeichnet. Die Karte legt nahe, dass sich eine größere Streitmacht unter einer Kreatur mit Namen „Kharn“ in der Nähe des „Zunderhügels“ sammelt („Alle Stämme sammeln sich hier unter Kharn“). Diese scheint bei Drellins Fähre den Fluss kreuzen und dann das Elsirtal von Westen her bis Brindol aufrollen zu wollen. Die Eroberungspläne folgen einem stricken Zeitplan, wobei der erste größere Schlag gegen Drellins Fähre für den fünften Tag des Feldzuges geplant ist. Die ganz in der Nähe der Vraath-Feste gelegene strategisch wichtige Brücke über die „Schädel-Klamm“ scheint zur Zeit von einem Kommandanten namens „Ozurrendion“ gehalten zu werden, um den Vormarsch zu sichern („Ozurrendion hält, bis die Rote Hand quert“). Der Umstand, dass die ebenfalls vermerkte Vraath Feste von starken Kräften gehalten wurde verleiht der Karte Glaubwürdigkeit. Es scheint, dass für diesen Plan gute Vorarbeit durch Kundschafter geleistet wurde. Der Feind nimmt sehr richtig an, dass erst in der befestigten Stadt Brindol mit echtem Wiederstand zu rechnen wäre. Der Fluss ist an sich ein gutes natürliches Hindernis doch in Drellins Fähre existieren keine Kräfte die stark genug wären diesen zu halten.
Es ist dringend geboten, die wahre Größe der gegnerischen Streitmacht und den Stand der Aufmarschvorbereitungen zu bestimmen und in Abhängigkeit davon entweder einen Halteversuch bei der „Schädel-Klamm“ oder eine Evakuierung von Drellins Fähre zu organisieren.

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